Mit Maigret in die Bretagne


Vor zwei Jahren kamen drei Diogenes-Sammelbände heraus, die jeweils zwei Geschichten enthielten. Einer dieser Bände hieß »Mit Maigret in die Bretagne« und enthielt die Geschichte »Maigret und der geheimnisvolle Kapitän«. Als ich nun gestern - schon! - diesen Band in die Datenbank einpflegte, überflog ich den auch anno dazu mal von mir geschriebenen Text. In dem hieß es, Maigret würde nach Ouistreham fahren und auf der rechten Seite sah ich, dass ich den Roman mit »Normandie« getagt hatte.

Da wir gestern Abend Besuch hatten, konnte ich dem nicht mehr nachgehen. Aber vorhin habe ich mir den Band aus dem Regal genommen und den Anfang vom Roman gelesen. Unzweifelhaft fuhr Maigret mit dem Hafenmeister von Paris nach Ouistreham. Dieser Ort hat nur einen kleinen Schönheitsfehler: Er liegt nicht in der Bretagne, sondern liegt wie von mir richtig getagt in der Normandie. In den folgenden Minuten lernte ich einiges über die Normandie und ich fand keine Indizien, dass in den letzten hundert Jahren, sich irgendetwas massiv an dem Grenzverlauf der Normandie zur Bretagne geändert hätte. Die Bretonen hätten dagegen wahrscheinlich nichts, denn dann würde Mont St. Michel in ihre Hände fallen, was ja wirklich ansehnlich ist und ein hübscher Fang wäre.

Da hat Diogenes also einen Band herausgebracht, der ein Kuckuckskind beinhaltet. Ich hätte noch nicht einmal einen Alternativ-Vorschlag, welchen Roman man stattdessen hätte nehmen können, denn der schon enthaltene »Maigret und der gelbe Hund« ist der einzige Maigret-Roman, der in der Bretagne spielt. Dagegen gibt es diverse Normandie-Romane mit Maigret. Wenn das mal nicht Ironie ist…

Maigret und der geheimnisvolle Kapitän
Zum Haare raufen! Da wird in Maigret ein Mann aufgegriffen, der nicht weiß wer er ist, dafür eine Kopfverletzung aufweist, die dieses Gedächtnisschwund gut erklären könnte. Andererseits, wieder sehr mysteriös, ist die Wunde aber fachmännisch behandelt worden. In mühsamer Puzzle-Arbeit und mit viel Ermittler-Glück bekommt die Polizei heraus, wer der Mann ist. Maigret bringt ihn zurück in die Heimat.

Maigret und der gelbe Hund
Concarneau, 23 Uhr, stürmisches und ungemütliches Wetter. Ein stadtbekannter Weingroßhändler verlässt sein Stamm-Café, und macht sich auf den Heimweg. Er schlüpft kurz in einen Hauseingang, um sich eine Zigarette anzuzünden. Ein Schuß fällt, der Mann fällt getroffen zu Boden. Maigret, ganz in der Nähe stationiert, macht sich auf den Weg in das Hafenstädtchen. Ein gelber Hund läuft ihm dabei immer wieder über den Weg.